Die Großen der Kita

Diesmal meldet sich „Who is Who in Mariendorf-Süd” aus dem Erdgeschoss der Kita – genauer gesagt aus der „Gruppe des letzten Kitajahres“, die man früher einfach „Vorschulgruppe“ nannte.
Geleitet wurde diese Gruppe lange Zeit von Petra W. und seit drei Jahren von Anne V. Das Modell hat sich im Lauf der Zeit etwas verändert, aber Anne ist nach wie vor mit unendlich viel Geduld, Liebe und Humor für die Kinder da.
Einmal im Monat gibt es an einem Dienstag ein großes Frühstücksbuffet und jeden Mittwoch ist um 8:30 Uhr Annes Gruppe dran mit Turnen. Die 15 Kinder in dieser Gruppe sind 5 bis 6 Jahre alt und haben Anne, die viele Jahre lang in der Krippengruppe sowie auch im Elementarbereich tätig war, mehr oder weniger für sich allein. Ab 8:30 Uhr ist sie zur Stelle, und um 9:00 Uhr beginnt das Gruppenprogramm mit einem gemeinsamen Frühstück. Nur am Freitag nicht – denn da gibt es einen großen Singmorgenkreis im Mehrzweckraum für alle Kinder der Kita, die dazu Lust haben.

Anne ist mit unendlich viel Geduld, Liebe und Humor für die Kinder da.

Im Gruppenraum des letzten Kitajahres hat jedes Kind ein eigenes Fach und einen Platz an der Garderobe. Und ganz wichtig: einen eigenen Ordner, in den Fotos, Zahlen, Buchstaben, Vorbereitungsübungen für das Schreiben usw. abgeheftet werden. Je nach Feiertag oder Jahreszeit findet sich auch vieles zu Ostern, Erntedank, Laternenumzug und Weihnachten in diesem Ordner. Das macht viel Arbeit, ist aber eine gute Vorbereitung für die Schule und viele Jahre später auch noch eine schöne Erinnerung!

Und damit gleich klar ist, welches Datum gerade aktuell ist, wird es jeden Morgen groß an die Wandtafel geschrieben. Nach dem Frühstück ist dann Zeit für Projekte und freies Spiel – bei schönem Wetter auch gerne draußen!
Heute ist die Gruppe drinnen und bis zum Mittagessen um 12 Uhr ist auch jede Menge Zeit für gemeinsames Spiel.
Mit am Tisch sitzt Noah und spielt Mensch-ärgere-dich-nicht. Zwei Wochen lang sammelt der Praktikant während seines Schulpraktikums erste Erfahrungen und spielt sich geduldig durch die verschiedensten Gesellschaftsspiele.

Damit es jetzt nicht zu idyllisch klingt, muss kurz erwähnt werden, dass Anne und ich maximal vier Sätze am Stück reden, bevor es zu einer oft abrupten Unterbrechung kommt.
Der Aufschrei „Annnnniii! Der hat …“ ist der Auftakt zu einem klärenden Gespräch und ich höre mit stummer Bewunderung zu, wie Anne zum fünften Mal geduldig erklärt, dass man Spielsteine nicht einfach klauen kann, weil das für diejenigen, die gerade spielen wollen, wirklich blöd ist. Und wenn man die Steine wieder rausrückt, könnte man ja sogar mitspielen – wenn das die anderen erlauben. „Sozialverhalten“ wird hier großgeschrieben und immer wieder neu geübt.
Gemeinsame Aktivitäten gibt es natürlich auch: abgesehen vom Höhlenbauen ist die ganze Gruppe auch draußen unterwegs – regelmäßig wird der Bücherbus an der Ikarus- Grundschule besucht. Jedes
Kind darf sich ein Buch ausleihen, das in der Kita verbleibt, und für bestimmte Themen und Projekte stellen die Mitarbeiter vom Bücherbus eine ganze Kiste zusammen, z.B. für Märchen oder Unterwasserwelt.
Der BSR hat die Gruppe auch schon einen Besuch abgestattet und das eine oder andere Kind hat stolz eine Runde auf dem Beifahrersitz eines Räumfahrzeugs gedreht.

Catalina weist mich auf eine große Besonderheit im Regal hin: dort stehen jede Mengen Sanduhren, die auf den ersten Blick gleich aussehen. Auf den zweiten Blick erkennt man allerdings, dass diese Sanduhrensammlung alle praktischen Zeitintervalle abdeckt, die man im Kindergarten braucht. Will ein Kind noch unbedingt etwas zu Ende bringen, wird z.B. die 5-Minuten-Sanduhr umgedreht.
Auch bei der Ansage „In 30 Minuten wird aufgeräumt“ hilft das entsprechende Modell. Ich bekomme irgendwann die 3-Minuten-Sanduhr hingestellt und mache pünktlich meinen Abgang – mit dem guten Gefühl, dass ich mehr als genug Infos gesammelt habe und dass die Gruppe des letzten Kitajahres bei Anne in den allerbesten Händen ist!

Annette Mühlenfeld

Aktuelles