Michael Kapczynski

Who is who – Michael Kapczynski

“Wo, bitte, steht das Klavier?“

Wer kennt ihn nicht, den tatendurstigen und stets hilfsbereiten Michael Kapczynski?
Einst war er auch als „Garten-Micha“ bekannt, aber als die Arbeit einfach zu viel wurde, ist er in den „Innendienst“ übergewechselt und die Gartenarbeiten wurden von der Gemeindeleitung an eine Gartenbaufirma übertragen. Unser Grundstück ist doch recht riesig und man kann sich tagelang in den diversen Arbeiten verlieren.
Was Micha auch getan hat, bis… – siehe oben. Micha ist hauptberuflich Elektro-Techniker bei der Stromnetz Berlin GmbH. Früher war das die BEWAG, später Vattenfall und heute Stromnetz Berlin GmbH. Er ist dort Störungsbauleiter in der Netzbetriebsstelle Süd und für die Spannungen 400 Volt und 10.000 Volt zuständig, also für Haushaltsstrom und Mittelspannung. Sein Büro liegt an der Großbeerenstraße, und wenn er morgens aus Lichtenrade, wo er seit neuestem wohnt, anreist, muss er gleich Abschalttermine planen und mit Kunden und Hausverwaltungen wegen Zugängen telefonieren. Mit seinen zwei Kollegen ist er organisatorisch an jeder Störungsbeseitigung beteiligt. Sie fordern die Tiefbaufirma oder den Messwagen an und bestellen eine Elektro- Montagefirma, die das defekte Kabel wieder repariert. Micha begleitet die Baustelle vom Anfang bis zum Ende und rechnet sie dann auch ab.
Klingt nach viel Arbeit. Und trotzdem war er bereit, die Arbeit in der Gemeinde zum „Nebenberuf“ zu erklären. Wie kam das?

Noch zu Zeiten von Pfarrer Rütenick lernte Michael durch Michaela unsere Gemeinde kennen. Die bei uns genauso bekannte Lebensgefährtin von Micha ist Michaela Hagelstein, die mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit hier nicht wegzudenken ist. Unter anderem ist sie auch für das Gelingen des Gemeindesommerfestes mitverantwortlich und – man ahnt es schon, – hier nahte der erste Einsatz. Zu einem Fest gehören auch immer Auf- und Abbau.
Micha war zur Stelle und half mit. Eine gute Gelegenheit, den Blick durch den Gemeindegarten schweifen zu lassen. Nach einem 360°-Blick war klar, dass im Garten an der einen oder anderen Stelle ein bisschen was getan werden müsste.
Das war natürlich vielen anderen auch klar, aber Micha krempelte die Ärmel hoch, legte sich einen Häcksler und diverse andere Arbeitsgeräte zu und legte los. Viele Jahre lang war er als „Garten-Micha“ unterwegs und widmete sich anfangs hauptsächlich dem verwilderten Garten und den kleinen, gut versteckten Baustellen. Er kümmerte sichum Heckenrückschnitt, die Entsorgung von Altholz und Bauschutt oder die Neuerstellung einer Kompostanlage. Im Herbst organisierte er gemeinsam mit Sabine Abert aus der Küsterei die Gartentage.

Nachdem im letzten Jahr eine Firma die Gartenpflege übernommen hatte, mutierte er vom „Garten-Micha“ zum „Hausmichel“ und begann, sich auf diverse Hausmeisteraufgaben zu konzentrieren. Das reicht von der Reparatur einer Steckdose über das Austauschen von defekten Leuchtmitteln in den Lampen in Haus und Hof bis zur Einstellung der Heizzeiten in der Kirche. Langeweile ist nicht in Sicht – und zum Glück auch nicht erwünscht.

Zu erwähnen wären auch einige Open-Air-Einsätze, die nichts mit Gartenarbeit zu tun haben. Beim letzten (und bisher einzigen) Tauffest unter freiem Himmel hat er mit seiner Technik dafür gesorgt, dass alle Gottesdienstbesucher verstehen konnten, was vorne gesagt wurde. Dieselbe Technik kommt gelegentlich auch bei Disco-Veranstaltungen für die Kinder zum Einsatz. Beim Sommerfest sorgt er für angenehme Beschallung und auch beim Martinstag ist Micha in seinem Element. Er verlegt u.a. jede Menge Kabel und schafft damit eine der Grundvoraussetzungen für eine störungsfreie Stromversorgung des Waffelstandes.
Bei solchen Veranstaltungen können schon mal 10 bis 12 Stunden Arbeitszeit zusammenkommen. Normalerweise sind es zwei bis vier Stunden, die Micha jede Woche in der Gemeinde ehrenamtlich ableistet.
Er arbeitet eng mit Pfarrerin Lydia Grund-Kolbinger und dem Gemeindekirchenrat zusammen und versteht sich als Ansprechpartner für Haus und Hof, für Müllentsorgung und bei Bedarf auch für den Winterdienst auf dem Gelände.

Ich möchte an dieser Stelle einmal betonen, dass meine Frage eigentlich lautete: „Wofür bist Du als Ansprechpartner zuständig und wofür eindeutig nicht?“ Der zweite Teil der Frage blieb unbeantwortet. Das war leichtsinnig, lieber Micha!
Trotzdem versichert er glaubhaft, dass ihm die ehrenamtliche Arbeit noch immer Spaß macht, denn sie trägt dazu bei, dass sich Menschen in unserer Gemeinde wohlfühlen.

Natürlich würde es noch mehr Spaß machen, sagt er, wenn all diejenigen, die die Einrichtungen und den Garten der Gemeinde nutzen, auch in der Lage wären, die benutzten Gegenstände zu säubern und wieder wegzustellen.

Sofern noch Zeit für weitere Hobbies bleibt, interessiert sich Micha für Karneval, Eisenbahn und Motorräder – das betrifft das Fahren und das Verreisen mit dem Motorrad. Ein leichter Interessenkonflikt scheint sich aufzudrängen, denn Micha fährt auch sehr gern mit dem Wohnwagen in Deutschland herum. Aber alles zu seiner Zeit eben.

Im Namen der ganzen Gemeinde danke ich Dir für die Zeit, die Du hier tatkräftig verbringst und hoffe, dass Dir der Spaß daran erhalten bleibt!

Annette Mühlenfeld

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