Geschichte zum Monatsspruch

Gott spricht: Euch aber, die ihr  meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.

Mal. 3, 20

Ben und seine Mutter Raffaela hatten nicht viel Geld. Raffaela arbeitete hart und viel, damit Ben auf nichts verzichten musste. 

Wieder einmal näherte sich der Heilige Abend, und in Raffaela machte sich ein unglaublichen Druck. Sie sorgte sich, wie sie ein schönes Weihnachtsessen und einen festlichen Abend für Ben vorbereiten könnte. Wieder einmal ein Jahr, in dem sie sogar an Weihnachten selbst arbeiten musste. Wie so oft hatte sie ein paar Socken für Ben besorgt – mehr war für sie leider nicht bezahlbar.

Am Abend betete Raffaela, dass bessere Zeiten kommen würden. Sie war bereit, alles zu tun, damit Ben glücklich isein konnte. Ben wusste, dass seine Mutter viel arbeiten musste, aber umso schöner war für ihn die gemeinsame Zeit mit ihr. Er brauchte keine großen Geschenke – sein größter Wunsch war es, Zeit mit seiner Mutter zu verbringen. 

Ein Tag vor Weihnachten hatte Raffaela Würstchen und Kartoffelsalat gekauft. Auf dem Nachhauseweg traf sie einige Nachbarn. Auf die Frage, was sie denn an Weihnachten machen würde, antwortete sie nur freundlich, dass sie mit Ben gemeinsam Weihnachten feiern werde. Einige Nachbarn wussten, wie es ihr ging, bohrten jedoch nicht weiter nach. 

Am Heiligen Abend schließlich, als Raffaela von der Arbeit nach Hause wollte, erfuhr sie, dass ihre Firma aufgrund eines Wasserschadens geschlossen worden war. Der Chef hatte alle Mitarbeiter nach Hause geschickt und ihnen den Tag voll bezahlt – schließlich war Weihnachten. Als Raffaela nach Hause kam, war es auffällig ruhig. In der Wohnung angekommen, traute sie ihren Augen kaum: Dort saßen Ben und alle Nachbarn aus dem Haus gemeinsam vor einem festlich gedeckten Tisch. Ben strahlte über beide Ohren. Die Nachbarn lächelten und sagten, dass man doch am besten gemeinsam feiere. Den ganzen Tag über hatten sie die Wohnung vorbereitet. Raffaela hatte Tränen in den Augen – nicht aus Trauer, sondern vor Freude. Trotz des wenigen Lichts erstrahlte der ganze Raum im Kerzenschein, fast so hell wie eine Sonne. Jeder Nachbar hatte etwas zum Essen mitgebracht, und so aßen sie sich durch den Abend und sangen gemeinsam Weihnachtslieder. Ben und Raffaela waren überglücklich über ihre wunderbaren Nachbarn. Von nun an verbrachte das ganze Haus jedes Jahr aufs Neue Weihnachten gemeinsam.        

Finn O.


Titelbild: Text: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart – Grafik: © GemeindebriefDruckerei

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