Neujahrsempfang in Mariendorf-Süd
Leute, die schon länger als ich in dieser Gemeinde sind, wissen, dass diese Veranstaltung eine Tradition ist: Die ebenfalls ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Gemeindekirchenrates bedanken sich bei den Menschen, die hauptamtlich oder ehrenamtlich einen Teil ihrer Zeit oder auch ihres Geldes dafür aufbringen, dass das Leben in dieser rührigen Gemeinde noch besser wird als es eh schon ist.
Meine Überraschung und meine Freude konnten kaum größer sein, als ich aus dem Briefkasten eine schöne Karte mit der Unterschrift unseres Pfarrers Michael Bolz mit einer Einladung zum Treffen am 9. Januar 2026 im Gemeindeheim herausholte.
Eine Unwetterwarnung für den Tag, die was mit ziemlich kaltem winterlichem Wetter zu tun hatte, ließ die Veranstalter schon fürchten, dass sie ihr wunderschön zubereitetes Essen nicht an die eingeladenen Gäste verteilen können, aber Petrus hatte mit allen ein Einsehen und niemand kam auf dem Weg zu Schaden. Ende Januar/Anfang Februar hätte das bei den spiegelglatten Fußwegen anders ablaufen können.
Als alle einen Platz gefunden hatten, staunte ich nicht schlecht, wie viele junge Leute unter den Eingeladenen waren. Da sage noch einer, Glaube ist nur was für alte Leute, die nichts anderes zu tun haben in ihrer vielen Zeit.
Pfarrer Bolz begrüßte alle Gemeindemitglieder und las eine Geschichte vor, in der sich zwei Menschen gegenseitig das gleiche Geschenk gemacht hatten. Wir alle sollten raten, was es gewesen sein könnte – z.B. Liebe, Freundschaft oder Zeit. (https://im-glauben-vereint.de/tuerchen-18-18-dezember-2020/)
Danach erörterte die langjährige Vorsitzende des GKR, Britta Schröter, mit Blick auf die Jahreslosung die Frage, was wir in der Gemeinde neu machen sollten und was an guten Traditionen erhalten bleiben darf. – Auch sie freute sich über die vielen jungen Leute, die meist Angestellte in unserer KITA zu tun haben. Ich finde, es ist ein gutes Zeichen, dass junge Christen ihre Ideen einbringen und Zeit aufwenden, um sie auch in die Tat umzusetzen.
Ich nutzte dieses Treffen u.a. dafür, meine Kontakte zu Menschen, die ich mag und näher kennenlernen möchte, zu erweitern. Mein rechter Sitznachbar ist hauptamtlich für Jugendarbeit zuständig. Wir hatten sofort einen Berührungspunkt, denn er kommt aus Prenzlauer Berg, ich wohnte lange in Mitte und Friedrichshain. Da er an meinem rechten „ganz-schlecht-hör-Ohr“ saß, war die Verständigung sehr mühsam, aber für Jugendarbeit brauche ich wohl doch keine guten Beziehungen mehr.
Wenn man fast immer die älteste ist, ist das Angebot zum du-sagen leichter, denn so hat es wohl (Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig) KNIGGE niedergeschrieben. Und wenn einer aus dem GKR mit dem Vornamen so wie mein absoluter Lieblingshandwerker heißt und so alt wie mein Sohn ist, dann ist doch der Beginn einer Bekanntschaft viel leichter.







„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ – das haben sich die einfallsreichen ZubereiterInnen des Buffets sicher auch gedacht – es gab für Veganer, Vegetarier und für Allesesser sehr viel. DANKE – DANKE – DANKE! Mir schmeckte die Suppe besonders gut – die erste Schüssel hat ein wenig unter fehlender Hitzezufuhr gelitten – doch kluge Techniker beseitigten schnell das Problem, so dass der Inhalt des Nachschlages den ersten Eindruck lecker überdeckte.
Ohrenärzte und Akustiker sagen über mein Gehör, es wäre 20 Jahre älter als ich – stolze Leistung 😊- und deswegen war klar, dass die Ohren und die daran hängende Person nach dieser Zeit sehr angestrengt waren und „ins Bett mussten“ – nein, ganz so schlimm nicht, aber Ruhe war angesagt. Deswegen muss ich den zweiten Teil des Berichtes an Ilka übergeben, denn ich war bei den abschließenden Spielen leider nicht mehr dabei, obwohl ich doch ein ausgesprochener Spielefan bin. – Wenn ich das jetzt mal hier so sagen darf – ich habe es bisher nicht eine Minute bedauert, vor einem Jahr in diese Gemeinde zu wechseln. Vom Wohnort her gehöre ich nach Marienfelde, dort war ich aber kein einziges Mal. – Durch einen besonderen Umstand kam ich zu Mariendorf-Süd – und hier wurde ich so mitfühlend aufgenommen, dass ich bleiben werde. – Doch jetzt übergebe ich an Ilka.
Danke Clara – und dieser wunderbaren Momentaufnahme habe ich nicht viel hinzuzufügen. Allerdings bleibt zu erwähnen, dass es zu späterer Stunde noch wie bereits erwähnt bei dem Spiel ‚After Dinner‘ noch viele Dinge zu entdecken gab unter den Teilnehmer, z.B. wer Kräuter im Garten züchtet oder morgens einen Kaffee ‚braucht‘.
Aber das Highlight des Abends war in guter alter Tradition der Lückentext über unsere Gemeinde. Es wurden willkürlich Adjektive gesammelt, die dann bunt gewürfelt in einen Text eingesetzt wurden – danke Annette für die wunderbare Vorbereitung und die vielen Tränen, die wir vor Lachen über den ‚ahnungslosen‘ Pfarrer, den ‚müden‘ Blick auf das ‚supercalifragilisticexpialigetische‘ Buffet oder die ‚beschwippste‘ Orgel vergossen haben. Nach dem Schlusssatz über die ‚predigtresistente‘ Gemeinde gab es tosenden Applaus.
Es war ein gelungener Abend, mit schönen Begegnungen, wertschätzenden Worten und großem Dank, der uns mit Energie, Freude und hoffentlich voller Tatkraft gemeinsam das Jahr 2026 meistern lassen wird.
Clara & Ilka
Bilder: I. Kobabe






