Gedanken zum Monatsspruch April
Jesus spricht zu Thomas: „Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“
Joh 20,29
„Wer`s glaubt wird selig“ sagt der Volksmund meint allerdings damit mehr„Hast Du sie noch alle?
Also wat nu – ja oder ja? ist ein Gedicht von Kurt Tucholsky. Er beschreibt darin einen seiner alten Lehrer, einen gewissen Doktor Kuhle. Wenn der einen Schüler fragte und der nur so rumeierte dann sagte dieser Dr. Kuhle feierlich
„Also, du weeßt et nich“.
Und dann weiter:
„So nachn Essen, da rooch ick jern im Stillen meine Ssijarre.
Da denk ick so, inwieso und wiefern, wie so so looft, die Karre. Heute wähln wa noch rot, un morjen sind wa valleicht alle tot. Also ick ja nich, denkt jeda. Immahin…. Man denkt sich so manchet in seinen Sinn.
Ick bin, ick werde, ick wah jewesen….
Da haak nu so ville Biecher jelesen.
Und da steht die Wissenschaft uff de Kommode
Wie wird det mit uns so nachn Tode? Die Kürche kommt jleich eilich jeloofen, da jibt et n Waschkorb voll Phillesophn…… Det liest man. Un haste det hinter dir, dreihundert Pfund bedrucktet Papier, denn leechste die Weisen beit alte Eisen und sachst dir, wie Kuhle, innalich: Sie wissen et nich. Sie wissen et nich!
Die Geschichte vom „unläubigen“ Thomas.
Am Abend des Ostermorgens versammelten sich die Jünger hinter fest verschlossener Tür. Durch diese trittt Jesus mit den Worten „ Friede sei mit Euch“ ein. Er zeigte Ihnen seine Wundmale und daraufhin erkennen sie Ihn.
Thomas war, durch einen anderen Termin verhindert, bei diesem Treffen nicht zugegen. Aber die Jünger informierten ihn. Thomas daraufhin:„Das glaube ich erst wenn ich die Hand in seine Wundmale gelegt habe“. Eine Woche später das gleiche Szenario. Jesus erscheint, Thomas legt seine Hände in die Seite und – glaubt. Jesus darauf: „Weil du mich gesehen hast glaubst du? Selig sind die glauben auch wenn sie nicht sehen“.
Thomas bekommt also als einziger einen Rüffel den alle Anderen wohl auch verdient hätten.
Bedingungslos zu glauben ist in weltlichen Dingen heutzutage nicht angesagt. Im Gegenteil: Prüfe alle und behalte das Gute. So lautete die Jahreslosung 2025. Skepsis, Zweifel, Misstrauen sind im Alltag angesagt.
Glauben ist nicht Wissen. Antwortet man auf eine Frage:“Ich glaube ja“ dann beinhaltet diese Antwort auch eine gewisse Unsicherheit die man aber, durch nachschlagen in schlauen Büchern (heute Internet), relativ leicht ausräumen kann. Dann wird aus „Ich glaube“ „Ich weiß“.
Aber Glauben im religiösen Sinn bedeutet „Glauben“ etwas für wahr halten ohne dafür einen Beweis zu haben.
Und was ist selig? Verliebte zum Beispiel sind es. Grenzenlos glücklich. Blenden alles was dagegen spricht einfach aus.
Aber im religiösen Sinne ist „selig sein“ nicht einfach gut oder wundervoll sondern selig beschreibt den Zustand nach dem Tode: Man ist von seinem „Kreuz“ befreit – bedeutet: befreit vom Leiden des alltäglichen Lebens, auch von seinem Körper. Frei für immer! Selig sein heißt: Glauben mit einer tiefen inneren, unumstößlichen, Überzeugung. So wie Abraham!
Gott sprach zu ihm: Nimm deinen einzigen Sohn, den du liebst nämlich Isaak…. und bringe ihn als Brandopfer dar“
Abraham, das Meser schon geschwungen, hätte seinen liebsten Sohn als Opfer dar gebracht in der Meinung, was Gott tut und verlangt ist wohl getan. Ein Engel gebietet aber einhalt.
Blinder Gehorsam oder unumstößlicher Glaube?
Das apostolische Glaubensbekenntnis verlangt uns an Glauben einiges ab. Ich habe damit so meine Schwierigkeiten und denke jedes mal wenn ich es spreche „Jetzt schlägt aber gleich der Blitz ein“. Persönlich ist mir die Bonhoeffer Version lieber und ich finde, die Kirche sollte sich (nicht nur) da reformieren.
Aber nach der offiziell gültigen Version erwarten wir die Ankunft des Herrn: „…..ER sitzt zur Rechten Gottes, ……. von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten……“. Und bis dahin?
Wie hat man sich die Ankunft des Herrn vorzustellen wenn er dereinst wirklich kommt? Werden wir IHN erkennen? Oder IHN als linken Spinner, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, abtun? Lassen wir uns die Wundmale zeigen?
Ziemlich viel Fragezeichen im letzten Absatz.
Wie Kuhle fragen wir dann innerlich
Also wat nu? Wir wissen et nich. Wir wissen et nich!
Hartmut Wieseke






