Bücherstube

Bücherstube der Ev. Kirchengemeinde Mariendorf – Süd

Mit  Hilfe der modernen Computertechnik kann man ja inzwischen alles machen. Zwei, drei Mausklicke und man ist im WWW.

Früher war das anders. Wer etwas wissen wollte und in der Schule nicht aufgepasst hatte, der musste in einen Buchladen oder in die städtische Bücherei  gehen um sich dort ein Buch zu kaufen oder auszuleihen.  Das hatte seinen Reiz. Bücher haben ihren eigenen Geruch genau wie Bibliotheken oder Buchläden. Auch die Atmosphäre ist eine ganz eigene. Gedämpft und ruhig. Kein flimmern und zucken. Keine Aufforderung unbedingt hier oder dort  anzuklicken.

So etwas in der Art existierte schon immer in unserer Gemeinde. Aber das Ambiente war eher bescheiden, eigentlich konnte man von einem „Ambiente“ gar nicht sprechen. Es war ein Kellerraum der Gemeinde der besser mit „Gerümpelkammer“ beschrieben ist. Hier wurden Dinge aufbewahrt die nicht mehr gebraucht wurden aber vielleicht doch noch mal, man kann ja nie wissen…. . Vieles war längst vergessen. Niemand wusste mehr, dass es sie gab und schaffte es neu an. Manches war durch immer wieder auftretende Wassereinbrüche in Vermoderung übergegangen. Zu betreten war dieser Raum nur auf eigene Gefahr.Benutzt wurden eigentlich nur die Stühle, wenn mal wieder ein Highlight beim Gottesdienst angesagt war.In diesem Tohuwabohu versuchten Karin Höhne und Renate Mühlbach den hin und wieder gespendeten Bücher Asyl zu gewähren. Es war keine deutsche Notunterkunft sonder ähnelte mehr den Auffanglagern in der Türkei oder in Libyen. Die Tätigkeit war eigentlich unzumutbar.

Dann kam das Jahr 2007 und die neu gegründete Wandergruppe von 55+ ging auf Tagesfahrt mit Lothar Otterstätter. Wohin? Nach Plau am See. Zwei Dinge gab es da für uns zu sehen: 1. Das Kloster Dobbertin und 2. Das Bücherhotel Groß Breesen. Ein Klosterbruder brachte uns Teil 1 nahe. Das Bücherhotel war für unsere Verpflegung zuständig. Aber da der Mensch bekanntlich nicht nur vom Brot allein lebt gab es zum Nachtisch Bücher. Tausende. Überall im Hotel lagen sie rum, einzeln oder in Stapeln. Wem das nicht genügte der konnte in die anliegende Bücherscheune gehen und dort weiter stöbern. Gezielte Suche war nicht möglich – die Einlagerung erfolgte chaotisch d.h. so wie die Kisten rein kamen. Herrlich! So was fehlte und in Ma-Süd. Aber eigentlich – das Chaos hatten wir ja schon… Ein Team aus Ehrenamtlichen machte einen Plan, trug ihn dem GKR vor und der konnte gar nicht mehr anders als zuzustimmen (Originalton Andreas: „Aber die Stühle bleiben drin“) zumal die Sache über Spenden finanziert wurde. Es wurde gnadenlos entrümpelt. Dabei ging leider auch der Melkschemel  für das Krippenspiel verloren was allerdings erst an Weihnachten auffiel. Die Elektrik  und die Fenster wurden erneuert, der Boden wurde gefliest und einige Möbel und Teppiche als Spende gesammelt. Die Beschaffung der  Regale ist eine Geschichte für sich die den Rahmen hier sprengen würde. Ein gewisser Rainer war daran nicht unbeteiligt. Das alles wurde sage und schreibe innerhalb eines Jahres realisiert und im Dezember war Richtfest. Tja und dann ging der „Betrieb“ los. Schnell fand sich ein Team für die Betreuung und es gab auch vereinzelt Veranstaltungen. Weitgereiste berichteten von fernen Kontinenten. Dem machte die Feuerwehr dann wegen eines fehlenden 2. Fluchtweges einen Strich durch die Rechnung und so gibt es heute  nur noch Lesestoff in allen Kategorien. Das Taschenbuch kostet 50 Cent und eine gebundene Ausgabe 1Euro. Stammkunden decken hier regelmäßig ihren Bedarf. Einige tausend Euro sind so schon zusammengekommen. Immer Donnerstags ist die Bücherstube von 16-18Uhr geöffnet. Bücherspenden werden (wenn sie gut erhalten sind) gerne entgegen genommen. Der Erlös kommt zum Beispiel der Kältehilfe der Stadtmission oder, wie zuletzt, unserer Kita zugute (als Zuschuss zu einem Dampfgarer). Natürlich gibt es auch „Unverkäufliches“.  Pilcher, Simmel, Konsalik und wie oft wir die „Unbezähmbare Agelique im Angebot hatten, läßt sich nicht zählen. Zu Hauf landeten sie bei uns und gelegentlich werden sie immer noch gebracht, je nach dem, welcher Haushalt gerade aufgelöst wurde.   

Eigentlich sind wir nur ein „Bücherstübchen“ d.h. unser Stauraum ist begrenzt. Deshalb geben wir unseren Überschuss an andere soziale Projekte ab. Bei uns landen in der „Tonne“ jedenfalls nur zerfledderte und speckige Bestände.

Schau` n Sie mal rein bei uns. Unser freundliches Team dem wir an dieser Stelle herzlich danken, erwartet Sie.
Öffnungszeiten und Preise

Hartmut Wieseke

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