bunte Kirchfenster des Nathan Söderblom Hauses

Monatsspruch August

Es Ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Am 5,24

Peregrin war auf dem Weg in eine Handelsstadt, als er einer Gruppe von Wanderern begegnete. Diese sangen ein Wanderlied.Als sie Peregrin sahen, blieben sie stehen und fragten ihn, wohin er denn wolle. Als er sagte, dass er in die nächste Handelsstadt wolle, erzählten sie ihm, dass sie ebenfalls dorthin unterwegs seien und er sie gerne begleiten könne. Peregrin lächelte und nahm das Angebot an. Auf dem Weg unterhielten sie sich und lachten gemeinsam. Als es dunkel wurde, schlugen sie ihr Lager auf und machten ein Feuer. Jeder bereitete sich sein Essen zu. Dabei unterhielten sie sich über Gerechtigkeit. Nachdem jeder seine Ansicht von Gerechtigkeit geschildert hatte, sah einer der Wanderer Peregrin an und fragte ihn, was Gerechtigkeit für ihn bedeute. Peregrin dachte nach. Er hatte sich bisher noch nie wirklich mit dem Thema Gerechtigkeit beschäftigt. Dann antwortete er, dass es eine schwierige Frage für ihn sei. Wenn er jedoch darüber nachdenke, habe es für ihn nie die eine Definition von Gerechtigkeit gegeben. Ist es gerecht, etwas gleich aufzuteilen? Oder bedeutet Gerechtigkeit, dass Menschen, die Schlechtes tun, selbst Schlechtes erfahren? Warum sollte Gerechtigkeit nicht auf Liebe basieren? Tue deinem Nächsten etwas Gutes, ohne selbst etwas dafür zu verlangen. Peregrin war überzeugt davon, dass jeder Mensch eine andere Vorstellung von Gerechtigkeit hat und es ihm deshalb schwerfiel, diesen Begriff eindeutig zu definieren. Er glaubte, dass jede Form von Gerechtigkeit gut sei, solange niemand sie anderen aufzwingt und niemandem dadurch Schaden zufügt. Die Wanderer wussten zunächst nicht, was sie darauf antworten sollten. Nicht, weil sie überfordert waren, sondern weil sie seine Antwort sehr schön fanden. Anschließend erzählten sie weiter von ihren Geschichten und Erlebnissen. Auch Peregrin berichtete von allem, was ihm bisher widerfahren war, seitdem er sein Zuhause verlassen hatte. Er war dankbar, solch interessante Menschen kennengelernt und so viele unterschiedliche Geschichten gehört zu haben. Diese Begegnungen und Erzählungen gaben ihm die Kraft für seine Reise. Am nächsten Tag ging es weiter. An einer Weggabelung mussten die Wanderer schließlich in eine andere Richtung weiterziehen. Sie bedankten sich für die aufregenden Gespräche und die vielen Geschichten, die sie miteinander geteilt hatten, und wünschten Peregrin eine gute Weiterreise. Vielleicht würden sie sich eines Tages wiedersehen.

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